Materialität und Bedeutung urbaner Kommunikationspraktiken

Forschungsprojekt „Materialität und Bedeutung urbaner Kommunikationspraktiken“ Laufzeit 2018 – 2021

Institut für Medien, Wissen und Kommunikation, Professur für Medienrealität, Universität Augsburg

Das Projekt „Materialität und Bedeutung urbaner Kommunikationspraktiken“ ist eines von vier Teilprojekten im BMBF-Forschungsverbund „Die Digitale Stadt. Materialität und Objekte urbaner Kommunikationskultur in Zeiten der Mediatisierung (DIGISTA)“.

Ziel dieses kommunikationswissenschaftlichen Teilprojektes ist es sowohl eine Medientopographie des Augsburger Stadtraumes vorzunehmen, als auch die intendierten Verwendungszwecke und alltagsweltlichen Aneignungskontexte der Medieninfrastruktur zu rekonstruieren. Entsprechend dieses doppelten Ziels ist die leitende Frage des Verbundes in zwei Forschungsfragen ausdifferenziert.

  1. Welche Medieninfrastruktur konstituiert den öffentlichen Raum der Stadt Augsburg und welche Teile dieser Infrastruktur sind durch welche Kommunikationsobjekte und -symbole repräsentiert?
  2. Welche Kommunikationsobjekte und -symbole im öffentlichen Raum der Stadt Augsburg sind von Relevanz für alltägliche Kommunikationspraktiken? Was ist ihre intendierte Funktion und wie werden sie durch unterschiedliche lokale Akteure und Bevölkerungsgruppen selektiert, rezipiert und angeeignet?

Der theoretische Ansatz basiert auf der Mediatisierungsforschung, die davon ausgeht, dass es zu einem quantitativen und qualitativen Bedeutungszuwachs mediatisierter Kommunikationspraktiken, sowie zu einer zunehmenden Durchdringung der Lebenswelt durch Medien kommt (siehe z.B. Krotz 2001, 2007, 2017, Livingstone 2009 und Couldry/Hepp 2017). Die Integration von (digitalen) Medientechnologien in die Stadt und in die urbanen Alltagspraktiken werden als Bestandteil des fortschreitenden Prozesses der Datafizierung aller gesellschaftlichen Teilbereiche konzipiert. Auf Ebene der Theorieentwicklung ist mit dieser Konzeption das Ziel verbunden den Medienbegriff der Mediatisierungsforschung um eine materielle Dimension zu erweitern. Dafür werden Ansätze und Analysemodelle aus den Bereichen der Praxistheorie, der Science & Technology Studies und der Akteur-Netzwerk-Theorie berücksichtigt, da diese dezidiert auf das Verhältnis von Objekten und Kommunikationspraktiken abzielen. Zusätzlich werden neue Entwicklungen der Stadtforschung und Urban Studies einbezogen, die thematisieren, wie sich Smart City Technologien verbreiten und Stück für Stück eine digitale Haut der Stadt konstituieren (Kitchin 2011, 2014; Rabari und Storper 2015).

Das Untersuchungsdesign verbindet drei Arbeitspakete. Im ersten Arbeitspaket wird ein Mapping vorgenommen und die Medieninfrastruktur und Medienartefakte, welche den Augsburger Stadtraum konstituiert in einer Karte visualisiert. In Arbeitspaket zwei werden mittels Experteninterviews die intendierten Zwecke der digital-medialen Infrastruktur, sowie die Erwartungen von lokalen Akteuren und Bürgerinnen und Bürgern rekonstruiert. Im dritten Arbeitspaket kommen medienethnographische Methoden zur Anwendung und es werden Beobachtungen und Feldinterviews zur Erschließung kommunikativer Praktiken im städtischen Alltag durchgeführt.


Finanzierung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)


Team

Dr. Paula Nitschke

Dr. Paula Nitschke

Wissenschaftliche Koordination

Universität Augsburg
Institut für Medien, Wissen und Kommunikation

Professor Dr. Jeffrey Wimmer

Professor Dr. Jeffrey Wimmer

Leitung und Sprecher des Forschungsverbundes

Universität Augsburg
Institut für Medien, Wissen und Kommunikation

Dr. Peter Gentzel

Dr. Peter Gentzel

Leitung und Sprecher des Forschungsverbundes

Universität Augsburg
Institut für Medien, Wissen und Kommunikation